Monatsspruch August 2021

Neulich erlebte ich auf dem Berliner Hauptbahnhof folgendes: Ein Zug stand zur Abfahrt bereit. Eine junge Frau war damit beschäftigt einzusteigen und Kind und Gepäck in den Zug zu wuchten. Sie rief nach dem Schaffner, der vor mir stand und sich von ihr abwandte. Obwohl sie laut rief und wild gestikulierte, reagierte der Schaffner nicht. Ich ging zu ihm hin und tippte ihn an: „Da ruft jemand nach Ihnen.“ Er brummte nur: „Der Zug fährt gleich ab.“ Ich sagte: „Aber Sie sind doch der Zugbegleiter für die Reisenden!“

Ein harmloses Beispiel dafür, wie wir manchmal Augen und Ohren verschließen vor der Not unserer Mitmenschen. Und wie ist das mit Gott? Manchmal fühlen sich auch Gläubige von Gott verlassen. Sogar Jesus rief am Kreuz: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ Sicher, wir können Gott nicht zwingen, aber wir können ihn bitten. Dabei hilft uns die Bibel, und sie erzählt uns viele Geschichten, wie Menschen in ihrer Not und Verzweiflung Gott um Hilfe angerufen haben, z. B. König Hiskia in Kriegsgefahr (Monatsspruch für August 2021 aus dem zweiten Buch der Könige): „Neige, Herr, deine Ohren und höre! Öffne, Herr, deine Augen und sieh her!“ (2Kön 19,16) Doch die Bibel schenkt uns nicht nur Worte, um diese Hilferufe auszudrücken, sie macht uns auch Mut und schenkt uns Beispiele, wie diese Gebete erhört worden sind. Hiskias Gebet ist eines von ihnen…

Pfarrer Bernhard Schmidt

Schreibe einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht

Sie können diese HTML Tags und Attribute nutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

*