Monatsspruch April 2021

Mit dem flapsigen Spruch „Ich glaube nur, was ich sehe“ wurde ich als Christ in der Schule oft gehänselt. Mit solchem „Vulgäratheismus“ meinte man, meinen Glauben an Gott lächerlich machen zu können. Ich habe damals in der Jungen Gemeinden den Rat bekommen: Wenn ein Gespräch möglich ist, dann weise doch auf andere Dinge hin, die es gibt und die dem menschlichen Auge verborgen sind, materielle Dinge wie Wind oder Strom, aber auch immaterielle ideelle Dinge wie z.B. die Liebe. All das kann man nicht sehen, doch niemand, der halbwegs bei Verstand ist, würde ihre Existenz deswegen bezweifeln. Ja, es gibt weit mehr zwischen Himmel und Erde als das, was man sehen kann. Und das wissen auch Agnostiker und Atheisten. Für uns Christen und Christinnen steht Gott hier an erster Stelle. Trotzdem haben wir das Bedürfnis, ihn zu sehen, ihn zu verstehen, ihn zu begreifen. Schon Mose bat den Herrn: „Lass mich deine Herrlichkeit sehen.“ Doch der Herr beschied: „Mein Angesicht kannst du nicht sehen, denn kein Mensch wird leben, der mich sieht.“ Das gilt. Und dennoch hat Gott ein Abbild seines Wesens gesandt, Jesus Christus, den wir auch den eingeborenen Sohn Gottes nennen. „Christus ist Bild des unsichtbaren Gottes, der Erstgeborene der ganzen Schöpfung“ (Kolosser 1,15), wie Paulus an die Gemeinde in Kolossä in Kleinasien schreibt, Monatsspruch für April 2021. In Jesus Christus, in seiner Wundermacht und seiner Liebe und gleichzeitig in seinem Leiden und in seiner Ohnmacht, bekommen wir den unsichtbaren Gott zu Gesicht.

Bernhard Schmidt

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