Flüchtlingsarbeit

In unserem Kirchenkreis leben viele Menschen, die aus ihrer Heimat geflohen sind und sich nun in dieser Region neu orientieren müssen. Viele der Kirchengemeinden in unserem Kirchenkreis sind in der Arbeit mit Geflüchteten aktiv, noch mehr einzelne Gemeindemitglieder engagieren sich in Willkommensinitiativen und ganz individuell für Geflüchtete. Seit Juli 2016 koordiniert Luisa Sinate diesen wichtigen Auftrag unserer Kirche und bietet eine Schnittstelle zwischen Kirchengemeinden, Willkommensinitiativen und Geflüchteten.

Angebot der Flüchtlingsbeauftragten

Für Kirchengemeinden
– Beratung und Mitwirkung bei interkulturellen/interreligiösen Veranstaltungen
– Unterstützung bei Tauf- und Mitgliedschaftsanfragen von Geflüchteten
– Begleitung der Integration von Geflüchteten in Kirchengemeinden

Für Ehrenamtliche
– Ansprechpartner für interkulturelle und religiöse Fragen
– Gespräch und Begleitung in Konfliktsituationen

Für Geflüchtete
– Seelsorge, Begleitung und Beratung unabhängig von Herkunft und Glauben
– Begleitung von Härtefällen, im Notfall auch die Vermittlung von Kirchenasyl
– Begleitung bei der Integration in Kirchengemeinden bei christlich orientierten Geflüchteten

Veranstaltungshinweise

After Work Prayer – interkulturelle Andacht: diese findet freitags in der Zeit von 17.00 – 20.00 Uhr statt.

Wir beten, singen, tanzen, denken, diskutieren und lernen miteinander. Jeden Freitag. Und es gibt Kaffee – herzliche Einladung!
We pray, sing, dance, think, discuss and learn together. Every Friday. And we also have coffee. Be heartfully invited.
Nous faisons de la prière, dansons, pensons, discutons e apprenons ensemble. Chaque vendredi. E nos avons du thé e du café. Sois cordialement invité.

Zeit: 17:00-20:00 Uhr
Ort: Bahnhofstraße 61, 14612 Falkensee
Veranstaltungsart: Gottesdienst/Andacht

Veranstalter: Flüchtlingsbeauftragte

Ab März 2020 gibt es in unserem Kirchenkreis eine neue Flüchtlingsbeauftragte – Frau Hendrikje Arzt. Frau Arzt stellt sich kurz vor:

Mein Name ist Hendrikje Arzt, ich bin 56 J. alt, und ich habe die Elternzeitvertretung der Flüchtlingsbeauftragten Luisa Sinate seit dem 4. März 2020 für voraussichtlich 1 Jahr übernommen. Seit 19 Jahren leben mein Mann, meine Familie (4 Kinder) und ich auf einem Bauernhof mit vielen Tieren im Havelland. Einige Kinder haben das Haus schon verlassen, andere kehren wieder, ein Kind geht noch zur Schule. Als Kind habe ich auf einer Insel, in einer Universitätsstadt und im Ausland gelebt, weil mein Vater viele Stationen einer turbulenten Karriere als Universitätslehrer durchlaufen hat, daher weiß ich was der frühe Verlust der gewohnten Umgebung bedeutet. Zudem waren meine beiden Eltern Flüchtlinge aus dem Osten (Ostpreußen und Sachsen). Das Flüchtlingsthema ist mir also quasi in die Wiege gelegt worden. Meine Mutter floh als Jugendliche aus Ostpreussen und später nach ihrer Organisten-Ausbildung aus Greifswald, beide Male unter lebensgefährlichem Beschuss. Ich habe in Berlin 5 Jahre studiert (Humanmedizin), dann diverse therapeutische Ausbildungen gemacht (Klass. Homöopathie, Traumatherapie, Körperorientierte Psychotherapie,…) und habe seit 27 Jahren eine Heilpraktikerpraxis in Berlin und seit 8 Jahren im Havelland. Die Kirche hat von frühester Kindheit die Grundlagen für ein waches Bewusstsein in sozialen und religiösen Fragen bei mir gelegt. Engagement in der kirchlichen Jugendbewegung und später auch in sozialpolitischen Fragen war für mich selbstverständlich. So war ich auch neugierig, wie ich mich in der Flüchtlingsfrage, als sie so intensiv aufkam, engagieren könnte. Ich fand da eine wunderbare Willkommensinitiative in Friesack (den Runden Tisch), der ich mich gerne anschloß. Je mehr ich mit Flüchtlingen Kontakt hatte, desto klarer wurde mir, welch ungeheure Traumatisierungen tapfer getragen werden und wie wenig professionelle Hilfe in dieser Frage mangels entsprechenden Angeboten erwartet werden kann. Hier einen kleinen Beitrag leisten zu dürfen, war und ist mir ein Anliegen. Die Kirche bietet hier Unglaubliches und ist ein wesentlicher Anker in diesem Welten-Seesturm, nicht nur für Geflüchtete. Hier sind Menschen bereit die Reihen zu öffnen und zu begleiten. Ich habe mich sehr gefreut, die Gelegenheit zu bekommen, hier im Kirchenkreis Falkensee dabei mitwirken zu dürfen.