Kleine Geschichte des Kirchenkreises Falkensee

Der ursprünglich Superintendentur Potsdam II genannte heutige Kirchenkreis Falkensee wurde am 31.3.1835 aus den Parochien auf der rechten Seite der Havel im damaligen Osthavelländischen Kreis als zweiter „Sprengel“ der „Diözese“ Potsdam gebildet. 1960 taucht im Pfarr­almanach erstmals Falkensee als Benennung für den Kirchenkreis auf. Am 12. Oktober 1959 hatte die Kreissynode beschlossen, zukünftig diesen Ortsnamen zu führen. Falkensee galt schon in den 30er Jahren als „das größte Dorf Deutschlands“. Das Stadtrecht wurde Falkensee allerdings erst im Oktober 1961, gleichsam als Entschädigung für den Mauerbau verliehen.

Bis 1958 war der Sitz der Superintendentur des Kirchenkreises Potsdam II in Wustermark. Soweit sich rekonstruieren lässt, ist die Superintendentur häufiger umgezogen. So war in den 1970ern Jahren, so geht aus mehreren Schreiben hervor, der Amtssitz der Superintendentur das Pfarrhaus in Fahrland. Nach der Wende war Dallgow zeitweilig Verwaltungssitz (1993-1996), anschließend Falkensee-Falkenhagen (1996-2002),  sodann von 2002 bis 2008 Brieselang. Bis dato war dann die Superintendentur bei der Ev. Kirchengemeinde Falkensee-Seegefeld, in der Bahnhofstraße 51, im ersten Stock, untergebracht. Ab Mai 2016 wird das Büro in der gleichen Straße, unter der Hausnummer 61, in der Ladenpassage hinter dem Eine-Welt-Laden sein.

Der Kirchenkreis hatte bis 1993 einen Superintendenten, bzw. nach 1990, dem Tod des damaligen Superintendenten Jestremski, einen stellvertretenden Leiter. Seit 1993 gibt es eine gemeinsame Leitung, die sogenannte Kollegiale Leitung, heute zusammengesetzt aus zwei Geistlichen und zwei Laien, die statt eines Superintendenten die Amtsgeschäfte leitet. 2002 wurde erstmals eine entsprechende Satzung über diese Form der Leitung verabschiedet.

Nach der Wende trat der Kirchenkreis Falkensee einige Gemeinden an die Nachbarkreise ab. So gingen mit dem 1.1.1995 die beiden Kirchengemeinden Uetz und Marquardt zum damaligen Kirchenkreis Lehnin-Belzig über. Am 18. April 1999 kam Alt Staaken – Albrechtshof zum Kirchenkreis Spandau, diese hatte bereits vor dem Mauerbau teils zu Spandau gehört.

Auch vorher hat es Veränderungen im Gemeindebestand des Kirchenkreises gegeben. So kam zum 1.1.1968 Paretz zum Nachbarkirchenkreis Nauen. Gleichzeitig wurde Falkensee um die Kirchengemeinden Bornstedt (heute Kirchenkreis Potsdam) und Schönwalde erweitert. Schon im April 1962 kamen die Kirchengemeinden Golm und Grube zum Kirchenkreis Potsdam.

Der Kirchenkreis Falkensee reicht heute von Schönwalde im Norden bis an den Stadtrand von Potsdam im Süden, dessen kommunale Ortsteile Fahrland, Kartzow, Satzkorn, Paaren und Groß Glienicke ebenfalls noch zu Falkensee gehören. Die West-Ost-Ausdehnung reicht von Wustermark und Zeestow im Westen bis an den Stadtrand von Berlin.

Zum Kirchenkreis Falkensee gehören folgende Kirchengemeinden bzw. zu Pfarrsprengeln zusammengefassten Gemeinden:

  1. Brieselang, mit Zeestow;
  2. Dallgow, mit Rohrbeck und Seeburg;
  3. Fahrland, mit Satzkorn, Kartzow, Falkenrehde und Paaren;
  4. Falkensee-Falkenhagen;
  5. Falkensee-Heilig Geist;
  6. Falkensee-Neufinkenkrug;
  7. Falkensee-Seegefeld;
  8. Groß Glienicke;
  9. Schönwalde;
  10. Wustermark, mit Dyrotz, Elstal, Hoppenrade, Buchow-Karpzow und Priort.

Der Kirchenkreis zählt aktuell (2015) 15.268 Gemeindeglieder.

In Trägerschaft des Kirchenkreises befindet sich das sogenannte Rüst- und Freizeitheim Zeestow, das einstmalige Pfarrhaus der Kirchengemeinde Zeestow. Es bietet Übernachtungen für größere Gruppen an. Es soll in 2016/17 grundlegend saniert und modernisiert werden. Ebenfalls unter Regie des Kirchenkreises steht die benachbarte Autobahnkirche Zeestow, die nach fünfjähriger Sanierung und Restaurierung als erste Autobahnkirche am Berliner Ring im Sommer 2014 in Betrieb genommen wurde.

Dr. Rainer Kramer, Wiss. Dokumentar (FH)

Dr. Bernhard Schmidt, Pfarrer, Vors. der Koll. Leitung