Monatsspruch für November 2018

Der Seher Johannes schreibt: „Und ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabkommen, bereitet wie eine geschmückte Braut für ihren Mann.“ (Offenbarung 21,2)

Nichts macht die Faszination der Großstadt deutlicher als die jüngste Fernsehserie „Babylon-Berlin“. Die Großstadt als Ort der Freiheit und als Projektionsfläche mannigfacher Hoffnungen, Wünsche, Sehnsüchte. Obwohl dieser Film vor 90 Jahren spielt, ist es auch heute noch so: Junge Menschen zieht es nach Berlin – oder anderswo nach Paris, nach New York, nach Shanghai. Die Großstadt verspricht Anonymität, Multikulturalität, Selbstverwirklichung für jeden und jede und natürlich Gemeinschaft. Auch die Sehnsucht der Israeliten richtete sich immer schon auf ihre Hauptstadt Jerusalem. Dort kam man zu den großen Festen zusammen und feierte seine Religion. Noch heute heißt es am Vorabend des Passafestes und am Schluss des großen Versöhnungstages: „Und nächstes Jahr in Jerusalem.“ Der Seher Johannes geht noch weiter. Er vergleicht die Stadt Jerusalem mit einer hochzeitlich geschmückten Braut und die Sehnsucht nach der Stadt mit der Sehnsucht des Bräutigams nach seiner Braut. Aber das irdische Jerusalem (Stadt des Friedens) ist kein Ort des Friedens. Und es gibt zur Zeit auch wenig Hoffnung, dass Jerusalem seinem Namen von sich aus gerecht werden könnte. Um so realistischer erscheint mir das utopische Bild aus der Johannesoffenbarung, Monatsspruch für November 2018, das ja für jede Stadt und für jeden wahren Frieden gilt: Dieser muss aus dem Himmel, von oben, von Gott kommen. An dieser Hoffnung halten wir fest und beten dafür, gerade auch in diesen unruhigen Zeiten und am Ende des Kirchenjahres.

Bernhard Schmidt

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

You may use these HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

*