Monatsspruch für Mai 2018

Niemand wird bezweifeln, dass es die Liebe gibt. Aber kann man die Liebe sehen? Niemand wird bezweifeln, dass es den Hass gibt, leider. Aber kann man den Hass sehen? Liebe und Hass kann man nicht sehen, vielleicht ihre Früchte, aber sie selbst nicht, denn sie sind Gefühle oder Ideen und keine Dinge. Genauso ist es mit dem Glauben. Im Monatsspruch für den Mai 2018 aus dem Hebräerbrief heißt es: „Es ist aber der Glaube eine feste Zuversicht dessen, was man hofft, und ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht.“ (Hebr 11,1) Es wirkt so, als hätte man damals schon, am Ende des 1. Jhds. n. Chr., die Gläubigen verspottet, als hätten damals schon sich die Gläubigen rechtfertigen müssen. Denn auch den Glauben kann man nicht sehen. Auch der Glaube ist ein Gefühl, eine Haltung, eine Idee, unsichtbar für die Augen und doch eine absolute Lebensnotwendigkeit. Niemand kann ohne Glauben – im Sinne von Vertrauen, von Zutrauen und Zuversicht – leben, auch wenn er nicht religiös ist. Liebe und Hass, Glaube und Zweifel sind Werte, Haltungen, Gefühle, die zwar unsichtbar, aber darum keineswegs unwirklich sind. Wie arm wäre die Welt, wenn es den Glauben nicht gäbe, z. B. den Glauben an Frieden, Freiheit, Gerechtigkeit. Klar, wenn wir das alles schon hätten, bräuchten wir den Glauben nicht. Glauben hat etwas mit Wagemut zu tun. Ich glaube an etwas, das ich nicht sehen kann, aber ich glaube daran und lasse mich und mein Tun von diesem Glauben leiten. Wenn ich daran glaube, dass es Frieden geben kann, werde ich anders leben und mich anders verhalten als wenn ich diesen Glauben nicht habe. Genauso ist es mit dem Glauben an Gott. Er verändert mein Leben. Er tut mir gut. Und er macht mich gut. „Es ist aber der Glaube eine feste Zuversicht dessen, was man hofft, und ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht.“

Pfarrer Bernhard Schmidt

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