Flüchtlingsarbeit – Kirchenasyl im Kirchenkreis Falkensee

Wenn wir zusammenhalten, können wir Menschenleben retten. Nicht als Hilfsorganisation irgendwo, sondern ganz konkret hier vor Ort. Es geht um Menschen ohne Bleibeperspektive – nicht im politischen Sinn des Wortes, sondern ganz konkret: Abschiebetermin schon festgelegt, Polizei schon fast vor der Tür und keine rechtlichen Maßnahmen mehr möglich. Und es geht um Menschen, die zwar keine Bleibeperspektive, aber dort wohin sie abgeschoben werden sollen auch keine Lebensperspektive haben. Denn dort drohen ihnen Situationen, in denen ihre Menschenrechte verletzt werden und ihr Leben bedroht ist Oft trifft die „Härte des Gesetzes“ als erstes die Schwächsten – die unsere Hilfe und unseren Schutz bräuchten. Deswegen wird das Kirchenasyl zu einem immer wichtigeren Mittel der Kirchen, um Menschen zu schützen und den Rechtsstaat daran zu erinnern, dass jeder Mensch ein Recht auf ein gründliches und faires Verfahren hat.

Die letzten zwei Kirchenasyle in unserem Kirchenkreis sind mehr als erfolgreich geendet: Sie haben nicht nur temporären Schutz vor Abschiebung geboten, sondern haben zu einer Aufenthaltserlaubnis geführt, die perspektivisch ein sicheres Leben in Deutschland ermöglicht. Dabei wurde aber auch deutlich, dass uns Kirchenasyl an unsere Grenzen bringen kann, vor allem wenn die Last am Ende auf wenigen Schultern liegt. Zwei weitere Anfragen musste ich deswegen an Kirchengemeinden außerhalb unseres Kirchenkreises weitervermitteln. Glücklicherweise haben sich Gemeinden gefunden, denn es ging um dramatische Fälle! Mir wurde klar: Wir müssen die Last auf mehr Schultern verteilen und Wege finden, im Kirchenasyl auch übergemeindlich zusammenzuarbeiten.

Aus diesem Grund möchte ich alle Gemeinden und Gemeindemitglieder im Kirchenkreis Falkensee zum Nachdenken aufrufen: Was könnten Sie zu einem Kirchenasyl beitragen? Dies werde ich im neugegründeten Unterstützernetzwerk „Kirchenasyl im Kirchenkreis Falkensee“ bündeln und dann bei Anfragen aus diesem Pool gezielt ein Team zusammenstellen, dass einem konkreten Menschen hilft. Auf der nächsten Seite finden Sie einen Zettel, auf dem einzelne Beitragsmöglichkeiten konkretisiert werden und die Möglichkeit besteht, sich für dieses Netzwerk anzumelden. Bitte nehmen Sie diese Möglichkeit wahr, denn auch ein kleiner Beitrag kann dabei helfen, einen Menschen vor unbilligen Härten, Menschenrechtsverletzungen oder sogar dem drohenden Tod zu schützen!

Luisa-Theres Sinate

Unterstützernetzwerk

2 Kommentare zu “Flüchtlingsarbeit – Kirchenasyl im Kirchenkreis Falkensee

  1. ” Allerdings hat der NRW-Justizminister (CDU) aktuell das Kirchenasyl verteidigt, lese ich gerade, und den dämlichen Satz „Das Kirchenasyl gehört zu Deutschland“ gesagt. Derzeit befinden sich dank Merkel 627 Personen im Kirchenasyl, vor vier Jahren waren es nur 79.” Ich wiederhole mich da gerne,es gibt kein Kirchenasyl. Es gibt auch keine Rechtsfreien Räume,theoretisch. Wenn die Behörden in Kirchen nicht eingreifen,ist das nur eine Rücksichtnahme aus Pietät Gründen. Ist wohl wieder eine regelrechte Volksverarsche.

  2. Kirchenasyl ist für mich vielmehr eine aus dem Volk gewachsene Initiative des gewaltfreien zivilen Ungehorsams: Das Kirchenasyl sprechen Kirchengemeinden aus und diese bestehen aus Menschen, die zu diesem Volk gehören. Es ist also gerade ein Teil des Volkes, der sich dafür einsetzt, dass ein Asylverfahren erneut geprüft wird, dass Härtefälle anerkannt werden. Denn sie wollen, dass ein Mensch hier bleiben kann, dessen Gefährdung im Heimatland sie sehen, weil sie den Menschen kennen, mit ihm ausführlich gesprochen haben und ihm glauben. Dass es hierfür kein Gesetz gibt, heißt nicht, dass es deswegen auch kein Kirchenasyl gibt. Es heißt nur, dass sich christlich-humanitäre Einzelfälle eben nicht immer im Gesetz abbilden lassen. Vielmehr kann staatlich-gesetzlich korrektes Handeln eben manchmal dazu führen, dass Entscheidungen nicht unseren grundgesetzlich festgelegten Grundsätzen der Menschenrechte für alle entsprechen, weil es eben auch Menschen sind, die staatliche Entscheidungen treffen und auch Menschen immer irren können. So dient Kirchenasyl eigentlich dem Rechtsstaat, weil es ihn in einem Fall davor bewahrt, sich schuldig zu machen, vielleicht ein Menschenleben auf dem Gewissen zu haben. Wenn sich solche Einzelfälle häufen, dann ist es nur normal, dass es auch mehr Menschen gibt, die sich davon bewegen lassen zu helfen, und somit auch mehr Kirchenasyle durchgeführt werden. Wobei auf der Seite von Asyl in der Kirche e.V. nur die Kirchenasyle gezählt werden, die diesem Verein auch gemeldet wurden.

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