Partnerschaft mit Gemeinden der evangelischen Nilsynode in Ägypten

v. l. n. r. Pfarrer aus Ismailia, Vikar Jonathan Schmidt, Pfarrer Yousri Girgis, Uwe Zimmermann (BMW), Luisa Sinate, Pfarrer Wael Nashat, Prof. Tharwat Kades

Liebe Leserinnen und Leser,
wussten Sie, dass es in Ägypten eine evangelische Kirche gibt? Und hätten Sie gedacht, dass diese die zweitgrößte Kirche des Landes ist? Die koptisch-evangelische Kirche von Ägypten (Nilsynode) hat über 300 Gemeinden im ganzen Land und gliedert sich in acht Distrikte. Wie viele evangelische Christinnen und Christen es in Ägypten gibt, ist schwer zu sagen. Wahrscheinlich sind es zwischen zwei- und dreihunderttausend. Die Kirche wächst stetig und stark, sodass fortwährend neue Gemeinden gegründet werden. Eine davon ist die Gemeinde in Alexandria el-Agamy. Sie wird von Pfarrer Yousri mit Unterstützung seiner Familie und des Presbyteriums geleitet und befindet sich in einem sehr armen Viertel der berühmten Metropole. Viele Kinder aus der Gegend gehen nicht zur Schule, obwohl sie sollten und wollten. In der Gemeinde finden sie oft ein zweites Zuhause. In der Sonntagsschule – die in einem überwiegend muslimischen Land natürlich am Freitag stattfindet – hören sie spannende Geschichten aus dem Alten und Neuen Testament und bekommen auch etwas zu essen. Wenn Pfarrer Yousri nicht Gottesdienste hält oder vorbereitet, dann arbeitet er am Ausbau seines Kirchgebäudes: Einem Haus mit sieben Stockwerken. Der Kirchraum ist zu klein geworden, sodass er nun einen größeren bauen möchte.

Kennen Sie Zagazig? Die Stadt nordöstlich von Kairo beheimatet samt Ballungsgebiet ca. fünf Millionen Menschen – und eine evangelische Gemeinde! Pfarrer Wael leitet die junge Gemeinde und wirkt stark durch sozial-caritative Tätigkeit in die Gesellschaft der Großstadt hinein. Seine Gemeinde hat ein ganz anderes Profil als die von Pfarrer Yousri in Alexandria. Die evangelische Gemeinde in Zagazig ist überwiegend gut gebildet und viele haben es auch zu einigem Wohlstand gebracht.
Luisa Sinate, die Flüchtlingsbeauftragte des Kirchenkreises Falkensee, Uwe Zimmermann vom Berliner Missionswerk und ich haben im Oktober 2018 Ägypten besucht und beide Gemeinden kennengelernt. Mit großer Herzlichkeit wurden wir willkommen geheißen. Wir nahmen die große Dankbarkeit wahr, die uns entgegenschlug und mussten erst einmal überlegen, was denn der Grund für diese Dankbarkeit gewesen sein könnte. Uns wurde klar: Die evangelischen Christen in Ägypten haben sich gefreut, wahrgenommen zu werden. Da kam jemand aus dem fernen Deutschland und hat uns besucht, hat sich angesehen, was wir tun und uns versprochen, in Deutschland davon zu erzählen!

Liebe Leserinnen und Leser, Sie wissen es bestimmt schon: Die Kreissynode des Kirchenkreises Falkensee hat am 17. November 2018 beschlossen, eine ökumenische Partnerschaft zu diesen beiden Gemeinden aufzubauen. Gegenseitiges Gebet und wechselseitige Besuche können diese Partnerschaft lebendig machen. Beide Kirchen können geistlich wachsen und sich sicher sein: Wo anders auf der Welt wird an uns gedacht, an unserem Schicksal teilgehabt und für uns gebetet. Ist das nicht wunderbar?

Bleiben Sie behütet,
Ihr Jonathan Schmidt

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